"Völlig neue Maßstäbe am deutschen Investmentmarkt"

In Deutschland wurden im Gesamtjahr 2019 gewerblich genutzte Immobilien für 71,6 Milliarden Euro gehandelt, so der Immobilienberater Colliers International. Damit wurde der historische Rekord aus dem Vorjahr, bei dem erstmals die 60-Milliarden-Euro-Marke überschritten wurde, um 18 Prozent übertroffen. Mit einem Transaktionsvolumen von 28,1 Milliarden Euro zwischen Oktober und Dezember wurde das mit Abstand umsatzstärkste Quartal aller Zeiten registriert, welches 39 Prozent des Jahresumsatzes auf sich vereinte.

Die nochmalige Steigerung des Transaktionsvolumens um 11,0 Milliarden Euro lasse sich vor allem durch die Ballung großvolumiger Ausnahmedeals erklären, weiß Christian Kadel, Head of Capital Markets bei Colliers International. Insgesamt lag die Anzahl der Deals mit einem Volumen von über 250 Millionen Euro in diesem Jahr bei 49 Abschlüssen, das waren neun mehr als 2018. Das Investmentvolumen in dieser Größenkategorie von 27,0 Milliarden Euro machte allein einen Anteil am Gesamtjahresvolumen von 38 Prozent aus, elf Prozentpunkte mehr als 2018.

„Neben Immobilientransaktionen und Übernahmen ganzer Bestandspakete wurden zudem vor allem in der zweiten Jahreshälfte Minderheitsbeteiligungen an Immobilienbestandshaltern beziehungsweise deren Portfolien getätigt, die es Investoren ermöglichen, zumindest indirekt an großen, diversifizierten Portfolien teilzuhaben“, so Kandel. Unter dem Einfluss dieser Anteilskäufe stieg das Volumen von Portfoliokäufen im Jahresverlauf auf 21,1 Milliarden Euro (Marktanteil: 29 Prozent). Insgesamt setzte sich die schon 2018 zu beobachtende Fokussierung auf Einzeldeals fort. Das Anlagevolumen summierte sich über die vergangenen zwölf Monate auf 50,6 Milliarden Euro.

In den vergangenen zwölf Monaten wurden 40,5 Milliarden Euro in Büros investiert. Der Marktanteil stieg damit auf 57 Prozent. Fast alle übrigen Nutzungsarten büßten daneben trotz lebhaftem Investmentgeschehen relativ an Bedeutung ein. Lediglich das Einzelhandelssegment erzielte mit einem Transaktionsvolumen von 10,1 Milliarden Euro, was in etwa dem Vorjahresniveau entspricht, mit 14 Prozent erneut einen zweitstelligen Marktanteil. Lager- und Logistikimmobilien verteidigten mit 6,6 Milliarden Euro Anlagevolumen Platz drei unter den Assetklassen (Marktanteil: neun Prozent). Wegen eines höheren Produktangebotes und einigen Großabschlüssen konnten Hotels ein um 25 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro gesteigertes Anlagevolumen erzielen, wobei ihr Marktanteil von sieben Prozent konstant blieb. Mischgenutzte Objekte erreichten ebenso wie Grundstücke einen Marktanteil von jeweils fünf Prozent.

Mit der anhaltenden Dynamik am Investmentmarkt bleiben die Renditen weiter unter Druck. Insbesondere die Brutto-Spitzenrenditen im Bürosegment der Top 7 haben im Schlussquartal des Jahres weiter nachgegeben, so in den Toplagen von Berlin, Düsseldorf und Köln um jeweils zehn Basispunkte auf 2,90 Prozent an der Spree beziehungsweise 3,30 Prozent in Düsseldorf und Köln. In München sank die Rendite um weitere fünf Basispunkte auf 2,75 Prozent.

Colliers International hält für 2020 ein Investmentvolumen in der Größenordnung von 60 Milliarden Euro für realistisch. (DFPA/JF1)

Quelle: Pressemitteilung Colliers

Colliers International Property Consultants Inc. ist ein international tätiges Unternehmen für gewerbliche Immobiliendienstleistungen mit Sitz in Seattle. Colliers International, Deutschland ist ein Verbund von Immobilienberatern mit Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart und Wiesbaden.

www.colliers.de

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