Gridl Asset Management startet „allwettertaugliche Anlagestrategie“

Manfred und Marion Gridl
Manfred und Marion Gridl

Das Ehepaar Marion und Manfred Gridl hat sich mit der Gridl Asset Management GmbH selbstständig gemacht und mit der Universal-Investment als Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft und der Berenberg Bank als Verwahrstelle den Mischfonds „Gridl Global Macro UI“ aufgelegt. Im Interview mit DFPA erläutern die beiden Fondsberater ihre Anlagestrategie, die sich nicht nur an private, sondern auch an institutionelle Investoren sowie Stiftungen richtet. Das defensiv ausgerichtete Konzept setzt eine breite Auswahl von Assets ein. Dazu zählen Aktien, Renten und Derivate, aber auch Gold und Rohstoffe sowie eine gezielte Währungsallokation können dazu gehören.

DFPA: Welches Anlegerproblem löst Ihr Fonds?

Marion Gridl: Viele Anleger haben mehrere starke Korrekturphasen an den Aktienmärkten erlebt und scheuen sich davor, in diese schwankungsintensive Anlageklasse direkt zu investieren. Andererseits bieten konservative Rentenanlagen kaum noch eine positive Rendite, die Kosten sind hier oftmals höher als die Erträge. Der Fonds hat das Ziel, mittelfristig eine Mindestrendite von Euribor (3 Monate) plus 3,0 Prozent zu erwirtschaften. Die angestrebte Zielvolatilität liegt während normaler Marktphasen zwischen vier und acht Prozent.

Manfred Gridl: Mit unserer kreativen Multi-Asset-Class-Strategie „Mischfonds 2.0“ bieten wir Anlegern die Möglichkeit, von vielen Chancen und Opportunitäten zu profitieren. Die permanente Abwägung von Chancen und Risiken steht dabei im Vordergrund. Insbesondere werden neben den Risiken der jeweiligen einzelnen Anlage gerade auch die Risiken im gesamten Portfoliokontext analysiert, bewertet und gegeneinander abgewogen. Die Renditechancen des Fonds sollten in ihrer Gesamtheit größer sein als die Risiken.

DFPA: An welche Investoren richten Sie sich?

Marion Gridl: Generell richten wir uns an alle Anleger, die sich mit dem Anlageziel unseres Fonds identifizieren können: Die Erwirtschaftung einer angemessenen Wertsteigerung bei gleichzeitig attraktiven laufenden Ausschüttungen sowie einer geringen Abhängigkeit von der Wertentwicklung traditioneller Anlagekategorien.

Manfred Gridl: Die ersten Anlagegelder kommen von Dachfonds, unabhängigen Vermögensverwaltern und vermögenden Privatpersonen. Mit unserem Konzept sprechen wir aber auch Family Offices und Pensionskassen an. Stiftungen dürfte ansprechen, dass wir attraktive Ausschüttungen planen.

DFPA: Welches sind die Eckpfeiler Ihres Konzeptes?

Manfred Gridl: Die Anlagestrategie des Fonds basiert primär auf einem makroökonomischen Top-Down Ansatz, der unser Weltbild widerspiegelt. Von diesen Analysen wird eine Taktische Asset Allokation (TAA) abgeleitet und definiert. Bei der Umsetzung der TAA unterscheiden wir zwischen einem stabilen „Basisportfolio“ und einem dynamischen „Satellitenportfolio“. Ziel des Basisportfolios ist es, eine Rendite von etwa 2,0 Prozent per annum mit möglichst geringer Schwankung zu erwirtschaften. Das Satellitenportfolio fokussiert eher Spezialthemen und soll eine Rendite von sechs bis neun Prozent per annum erzielen.

Im Unterschied zu anderen Produkten im Markt wird bewusst auf kein starres, vordefiniertes Volatilitätslimit zurückgegriffen, da die Erfahrungen gezeigt haben, dass solche Konzepte in der Vergangenheit oftmals „handlungsunfähig“ waren, nachdem es zu ausgeprägten Korrekturen an den Finanzmärkten gekommen war. Gerade diese Situationen bieten aber oft gute mittel- und langfristige Einstiegschancen. In solchen Marktphasen gilt es, zunächst Verluste zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren („De-Risking“), mögliche Strukturbrüche zu erkennen, die Anlagen im Fonds den neuen Gegebenheiten anzupassen und anschließend in geordneten Schritten ein „Re-Risking“ vorzunehmen. Während einer kurzen Übergangsphase kann die zu erwartende Volatilität auch einmal über dem internen Limit von acht Prozent liegen.

Marion Gridl: Die Umsetzung der Strategie erfolgt dann über Einzelanlagen. Das Basisportfolio besteht aus einem ausgewogenen Aktienteil mit Fokus auf Dividendentiteln sowie aus einem Rententeil mit kurzen und mittleren Laufzeiten. Hier kommen aber auch regelmäßig Derivatestrategien zum Einsatz, die primär zur Absicherung dienen. Darüber hinaus investieren wir im Satelliten-Teil in Spezialthemen. Dazu gehören auf der Rentenseite beispielsweise High-Yield- oder auch Wandelanleihen, aber auch Investments in Emerging Markets. Bei Aktien nehmen wir hier ganz gezielt Positionen in Einzeltiteln aber auch auf Sektor- und Länderebene vor. Natürlich können wir auch in Gold und Rohstoffe investieren. Weiterhin ist die Währungsallokation ein Bestandteil unserer taktischen Entscheidungen. Je nach Einschätzung werden Fremdwährungen abgesichert oder auch ganz bewusst zur Renditesteigerung eingesetzt. Abgerundet wird das Satelliten-Portfolio durch Derivatestrategien, die auch zur Wertsteigerung eingesetzt werden.

DFPA: Welches sind Spezialthemen im Satelliten-Portfolio, die Sie aktuell favorisieren?

Manfred Gridl: Für das laufende Jahr sehen wir generell bei Aktien ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis, auch wenn wir kurzfristig nach dem starken Kursanstieg der letzten Wochen eher vorsichtig sind. In der Eurozone ergeben sich in Frankreich im Zuge der politischen Reformen gute Anlagemöglichkeiten. Aber auch der Bankensektor der Eurozone dürfte von dem wirtschaftlichen Aufschwung in den Peripherieländern profitieren. Bei Währungen bietet der US-Dollar auf dem aktuellen Niveau für Euro-Investoren gute Opportunitäten.

Marion Gridl: Auf der Rentenseite halten wir High-Yield-Anleihen und Anleihen aus Schwellenländern für interessant. Allerdings muss man inzwischen noch genauer als bisher differenzieren, welche Anleihen in diesem Segment noch einen echten Mehrwert bieten und wo der Renditeaufschlag das zusätzliche Risiko nicht mehr rechtfertigt. Nach einem sehr guten Jahr 2017 in diesem Bereich sollten titelspezifische Faktoren 2018 wieder deutlich wichtiger werden.

DFPA: Wie beziehungsweise woher gewinnen Sie Ihre Anlageideen?

Manfred Gridl: Bei der Generierung unserer Anlageideen beginnen wir mit der Makroökonomie. Daher auch das Wort „Macro“ in unserem Fondsnamen. Neben der Analyse der regionalen und länderspezifischen Konjunkturzyklen spielen bei dieser Analyse auch Daten zur aktuellen Positionierung der Investoren, Erwartungen zur zukünftigen Entwicklung von Konjunktur und Gewinndynamik der Unternehmen, erwartete Veränderungen von Angebot und Nachfrage wichtiger Rohstoffe sowie die künftige Entwicklung von wichtigen (Leit-)Zinsen eine Rolle.

DFPA: Welches Ergebnis können die Anleger von Ihnen erwarten?

Marion Gridl: Unser Ziel ist es, eine positive Rendite zu erwirtschaften und größere Kursverluste nach Möglichkeit zu vermeiden. Wir wollen im Sinne eines Absolute-Return-Anspruchs mittelfristig eine Mindestrendite von Euribor (3 Monate) plus 3,0 Prozent per annum nach Kosten erwirtschaften. Dabei legen wir auch ein besonderes Augenmerk auf Ausschüttungen.

www.gridl-asset-management.de

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