Studie: Neue Wege zu mehr Profitabilität im europäischen Retailbanking

Sowohl Filial- als auch Direktbanken können ihre Profitabilität deutlich steigern, wenn sie sich auf ihre ursprünglichen Stärken konzentrieren. Beschreiten sie den Weg „zurück in die Zukunft“ und folgen dabei der richtigen Strategie, schaffen sie für ihre Kunden einen echten Mehrwert und kompensieren derzeitige Ertragsdefizite. Das sind zentrale Ergebnisse der „European Retail Banking Study“ von zeb. Die Strategie- und Managementberatung hat für die Studie Kunden befragt und die Ertragsströme im europäischen Bankenmarkt analysiert.

Flächendeckend sprechen Retailbanken davon, ihren Kunden in den Mittelpunkt aller Anstrengungen stellen zu wollen. Der Kontrast zu dem, was Kunden über Banken sagen, könnte aber nicht größer sein: Die Umfrageergebnisse zeigten, dass eine deutliche Kluft zwischen den Erwartungen der Kunden an die Banken und der Realität aus ihrer Sicht besteht. Einigkeit herrsche darüber, dass Banken ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten sollten. Die Umfrageteilnehmer beklagen jedoch, dass Bankprodukte wenig persönlichen Nutzen bieten und sind daher auch nicht bereit, für bestehende Angebote mehr zu zahlen.

„Unsere Studie zeigt, dass die meisten Kunden den Anspruch der Banken, kundenorientiert zu sein, für ein Versprechen halten, das nur selten eingehalten wird. Kunden glauben auch, dass Banken Unternehmensinteressen an die erste Stelle stellen und dass sie wenig Verständnis für ihre Bedürfnisse haben. Aus unserer Umfrage ließe sich deshalb leicht schließen, dass die Zukunft für Retailbanken düster ist. Das ist jedoch nicht der Fall. Tatsächlich erwartet Filial- und Direktbanken eine profitablere Zukunft, wenn sie in der digitalen Ökonomie kundenorientierter agieren“, sagt Dr. Florian Forst, zeb-Partner und Mitautor der Studie.

In den meisten europäischen Ländern sehen sich die Retailbanken mit einer Ertragsstagnation konfrontiert, die auf sinkende Kredit- und Einlagenmargen in einem anhaltend niedrigen Zinsumfeld zurückzuführen ist. Überarbeiten die Institute ihr Geschäftsmodell nicht grundlegend, deutet die Prognose der Studie für die wichtigsten europäischen Bankenmärkte auf eine düstere Gesamtaussage hin: Basierend auf aktuellen Trends erwartet zeb in den nächsten fünf Jahren einen Rückgang der Einlagenerlöse um mehr als 40 Prozent. Unabhängig von nationalen Unterschieden werden die anhaltend niedrigen Zinssätze jedoch dafür sorgen, dass die Erträge aus gebührenerzeugenden Produkten innerhalb der Gesamtbankeinnahmenpools an Bedeutung gewinnen. Es bedarf einer neuen Perspektive, um das volle Ausmaß der Herausforderungen, vor denen die europäischen Retailbanken stehen, zu verstehen und neue Wege für kundenorientierte Geschäftsmodelle zu finden.

Direktbanken können ihre Größe im In- und Ausland nutzen, um Kosteneffizienz zu erreichen und zusätzlich zu ihrem Kerngeschäft im B2C-Bereich B2B-Produktspezialisten mit B2B-Partnerschaften werden. Als Hebel dazu können eine moderne Marke, ein wachsender Kundenstamm sowie ein Rund-um-die-Uhr Zugriff auf eigene Dienstleistungen, herausragende Technologie sowie operative Exzellenz dienen, die sich aus Größen- und Kosteneffizienz ergibt.

Im nächsten Schritt können sich Filial- und Direktbanken, die erfolgreich zu Trusted Advisors ode Produktspezialisten werden, zu Ökosystemplayern entwickeln. Damit könnten sie komplette Kundenreisen anbieten, die B2B-Partnerschaften nutzen und neben Bankprodukten und -Dienstleistungen auch Nicht-Bank-Angebote beinhalten.

Quelle: Pressemitteilung zeb

Die zeb.rolfes.schierenbeck.associates gmbh (zeb) ist eine auf den Finanzdienstleistungssektor spezialisierte Strategie- und Managementberatung. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Münster. (mb1)

www.zeb.de

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