Allianz GI: "EZB-Sitzung dürfte keine Überraschungen bringen"

„Aufgrund der schwachen Inflation in der Eurozone erwarten wir nicht, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren geldpolitischen Fahrplan während der nächsten Sitzung ändern wird“, schreibt Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income beim Vermögensverwalter Allianz Global Investors (AllianzGI), in einem aktuellen Kommentar. Stattdessen werden die Notenbanker voraussichtlich ihre Optionen bezüglich einer ersten Zinserhöhung offenhalten. Ihre sogenannte „Forward Guidance“ dürfte die EZB noch bis Sommer 2019 vage lassen.

„Wir erwarten nicht, dass die Europäische Zentralbank mit ihrer Sitzung am 25. Oktober neue Signale hinsichtlich ihres geldpolitischen Kurses senden wird. Das am 11. Oktober veröffentlichte Protokoll der vorhergehenden EZB-Sitzung zeigt, dass die EZB-Mitglieder erstmals den inländischen Kostendruck infolge der hohen Kapazitätsauslastung und den Trend zu höheren Löhnen in der Eurozone diskutiert haben. Die notorisch niedrige Kerninflation - im September lediglich 0,9 Prozent gegenüber Vorjahr - dürfte die Bank jedoch von einer Änderung ihres geldpolitischen Kurses abhalten“, so Dixmier.

Die Zentralbank werde aber voraussichtlich bekräftigen, ihr Anleihenkaufprogramm bis Ende des Jahres zu beenden. Mit Blick auf den Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung (der ersten seit 2011) dürfte sie gleichwohl vage bleiben. Angesichts der hohen Erwartungen der Märkte müsse die Bank einen Mittelweg zwischen Transparenz und Flexibilität finden. Es sei für sie von grundlegender Bedeutung, genügend Spielraum zu behalten in einem schwierigen Umfeld, das gekennzeichnet sei durch divergierende Konjunkturzyklen sowie durch globale Wachstums- und Finanzstabilitäts-Risiken.

Bis dato hätten sich die Auf- und Abwärtsrisiken für die Eurozone aus Sicht der EZB die Balance gehalten: Das oberhalb der Potenzialrate liegende Wirtschaftswachstum sei robust genug, um negative Entwicklungen in der Region auszugleichen. Es werde nun jedoch interessant sein zu beobachten, ob beziehungsweise inwieweit sich diese Sichtweise während der Sitzung am 25. Oktober ändere - auch angesichts der Risiken, die aus einer sich verstärkenden Krise in Italien resultierten. Das Problematische am derzeitigen politischen Kurs in Italien sei, dass dieser das Regelwerk und damit die Glaubwürdigkeit des Euro selbst in Frage stelle.

„In diesem Umfeld erwarten wir, dass die EZB mit Blick auf die Steuerung der Markterwartungen (,Forward Guidance´) in den nächsten Monaten pragmatisch bleiben wird. Die Bank dürfte erst präziser werden, wenn wir uns dem Sommer 2019 nähern“, so Dixmier abschließend.

Quelle: Kommentar AllianzGI

Allianz Global Investors (Allianz GI) ist eine Vermögensverwaltung des Versicherungskonzerns Allianz. Das 1998 gegründete Unternehmen mit Sitz in München beschäftigt über 700 Anlagespezialisten und verwaltet ein Vermögen von 524 Milliarden Euro für Privatanleger und institutionelle Investoren. (Stand: 30. Juni 2018) (TH1)

www.allianzgi.de

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