InnoVario 2018: Versicherung vom Kunden gedacht

InnoVario

Über 350 Fach- und Führungskräfte von Versicherern, Start-ups und innovativen Unternehmen sind am 19. und 20. November zur 4. InnoVario im Hotel Kameha Grand Bonn zusammengekommen. Der Fokus der Zukunftsmesse für die Assekuranz lag in diesem Jahr auf Cross-Industry-Kooperationen. Das Fazit nach zwei intensiven Messetagen: Werden Schlüsseltechnologien weiter gefördert, besteht für die Branche Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Die Digitalisierung der Versicherungsbranche schreitet voran und entfaltet aktuell eine nie dagewesene Dynamik: dies zeigt das große Interesse von Teilnehmern und Ausstellern an der InnoVario der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In diesem Jahr nutzten 30 Aussteller den Ideen- und Innovationsmarktplatz für die Versicherungswirtschaft, um ihre innovativen Lösungsansätze für die Branche einem Publikum aus Experten und Führungskräften zu präsentieren.

Dabei hat sich der Fokus verschoben. Wurden in den letzten Jahren vor allem Start-ups beziehungsweise Insurtechs als Faktoren des Wandels betrachtet, ermöglichen heute branchenübergreifende Lösungen eine bessere Einbindung von Produkten in die Lebensrealität ihrer Kunden. Die Struktur des diesjährigen Programms folgte daher nicht den Produktklassen der Versicherungen, sondern den Lebenswelten der Menschen. Für ein ganzheitliches Bild sorgten die Themenbereiche Vertrieb und Kunde, Prozesse und Cyber sowie die Lebenswelten Gesundheit, Wohnen und Mobilität. „Es ist wichtig, die Versicherungswirtschaft nicht separat zu betrachten, sondern auch im Kontext externer Entwicklungen. Denn die Digitalisierung macht vor Branchengrenzen keineswegs halt, sondern verwischt sie zum Teil. Die Überwindung von traditionellen Denkmustern ist daher gerade im Bereich Versicherung sehr wichtig, um zukunftsfähige Produkte zu entwerfen“, so Prof. Dr. Fred Wagner, Initiator und Schirmherr der InnoVario.

Besonders positiv aufgenommen wurde die Eröffnungs-Keynote von Sven Gábor Jánszky, Zukunftsforscher und Leiter des 2b AHEAD Thinktank, der unter anderem auf die unzureichende Genauigkeit aller Zukunftsprognosen (Stichwort: Reality Gap) hinwies. Die Moral für Versicherer: Die Zukunft liegt in den eigenen Händen. Ähnlich resümierte auch Andreas Klug, Vorsitzender des Arbeitskreises „Artificial Intelligence“ des Digitalverbands Bitkom: Die deutschen Versicherer hätten bereits viel im Bereich Digitalisierung unternommen, lobte Klug. Gleichzeitig mahnte er in Richtung der Bundesregierung, es müssten massive Investitionen in Schlüsseltechnologien wie den Bereich der Künstlichen Intelligenz erfolgen, um international nicht den Anschluss zu verlieren.

Als Impuls in diese Richtung kann das Ergebnis des Start-up-Pitch-Awards gesehen werden, der am Montagabend stattfand. Mitgründer Friedrich Seck konnte Jury und Publikum mit dem Geschäftsmodell des Leipziger Start-ups d25.io für sich gewinnen. Das junge Unternehmen beschäftigt sich mit der Erstellung und Verwaltung Künstlicher Intelligenzen, vor allem im Bereich der automatischen Bilderkennung. Ein weiteres Plädoyer für die Förderung neuer Konzepte vertraten Führungspersönlichkeiten aus dem insurHUB in ihrer Keynote und kündigten in diesem Rahmen die Durchführung einer weiteren Runde des Innovationskatalysators (insurHUB 3.0) an.

Zu den programmlichen Höhepunkten zählten zudem die Keynotes von Dr. Robin Kiera (Influencer und Insurance Industry Expert) und Prof. Dr. med. Jochen A. Werner /Universitätsklinikum Essen), der über den Einsatz intelligenter Algorithmen in der medizinischen Diagnostik und Therapie sprach. Auf großes Interesse stieß auch die Keynote von Daniel Domscheit-Berg, ehemaliger Sprecher von Wiki-Leaks, dessen Thema „Transparenz und Privatsphäre in der digitalen Welt“ sowohl für Unternehmen und Institutionen als auch für Privatpersonen von wachsender Bedeutung ist.

Die Zukunft der Versicherung ist digital: Am deutlichsten wurde dieser Grundsatz von Laura Kauther vom digitalen Sachversicherer Coya vertreten. In ihrem Vortrag stellte sie die Vorteile der komplett papierlosen Hausratsversicherung vor, die Coya vor wenigen Monaten auf den Markt gebracht hat. Besonders bei der Schnelligkeit und Flexibilität von Angeboten und Verträgen seien digitale Angebote ihren analogen Alternativen überlegen.

„Die Integration unterschiedlicher Perspektiven ist für die Versicherungsbranche extrem wichtig, denn aus anderen Gebieten können digitale Ansätze und Konzepte auch für die Assekuranz nutzbar gemacht werden. Die Diskussion dieser Perspektiven in einer persönlichen Atmosphäre ist der zentrale Mehrwert der InnoVario“, so Theresa Jost, Geschäftsführerin der V.E.R.S. Leipzig GmbH.

Die 5. InnoVario Messe veranstaltet der Branchendienstleister V.E.R.S. Leipzig GmbH am 19. und 20. November 2019 erneut im Hotel Kameha Grand in Bonn.

www.vers-innovario.de

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