Bain-Studie: Globales M&A-Volumen im Gesundheitssektor erreicht historischen Höchststand

Mit 435 Milliarden US-Dollar war das weltweite Volumen von Mergers & Acquisitions (M&A) im Gesundheitssektor im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie in diesem Jahrhundert. Das geht aus einer Studie der internationalen Managementberatung Bain & Company hervor. Einen bedeutenden Anteil hieran haben Private-Equity-(PE-)Fonds. Ihr Transaktionsvolumen im Gesundheitswesen stieg 2018 weltweit um knapp 50 Prozent auf 63,1 Milliarden US-Dollar - und damit auf den höchsten Wert seit 2006. In Europa erhöhte sich das Deal-Volumen im gleichen Zeitraum auf 17,8 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg um rund 40 Prozent entspricht. In der achten Auflage des "Global Healthcare Private Equity and Corporate M&A Report“ zeigt Bain & Company die Ursachen dieser Rekordjagd auf, aber auch Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

„In Zeiten einer erwarteten weltwirtschaftlichen Abkühlung und politischer Turbulenzen suchen Investoren sichere Häfen für ihr Kapital“, erklärt Dr. Franz-Robert Klingan, Partner bei Bain & Company und Co-Autor der Studie. „Genau das bietet der Gesundheitssektor. Das Geschäft ist größtenteils konjunkturunabhängig, profitiert von langfristigen Trends wie der Bevölkerungsalterung und liefert weltweit seit Jahren attraktive Renditen.“ In der Folge sei ein enormer Wettbewerb um Übernahmekandidaten entstanden, der die Bewertungen in die Höhe getrieben habe.

Angesichts hoher Bewertungen und intensiven Wettbewerbs sind laut Bain & Company kreative Ansätze beim Kauf neuer Portfoliounternehmen gefragt. Neben dem Zusammenschluss in Konsortien setzt die PE-Branche derzeit insbesondere auf Public-to-Private-Transaktionen. Mit 35 Milliarden US-Dollar machten diese 2018 mehr als die Hälfte des gesamten PE-Transaktionsvolumens im Gesundheitssektor aus.

Das herausfordernde Umfeld verlangt nach Einschätzung von Bain & Company auch Anpassungen bei den PE-Fonds, die ihre Prozesse rund um Übernahmen erweitern, beschleunigen und intensivieren können. Dazu zählt die frühzeitige Definition einer wertsteigernden Strategie ebenso wie eine auf die Werthebel fokussierte, integrierte Due Diligence. Durch die aktuelle konjunkturelle Abschwächung besteht erhöhter Handlungsbedarf. Bain-Partner Klingan betont: „Investoren können sich nicht mehr auf branchenweit steigende Bewertungen verlassen. Die Zukunft gehört diszipliniert agierenden und datengetriebenen Fonds, die im Rahmen präziserer Regulierungen gemeinsam mit ihren Portfoliounternehmen systematisch wertsteigernde Strategien umsetzen.“

Quelle: Pressemitteilung Bain

Bain & Company Inc. ist ein Managementberatungsunternehmen mit Sitz in Boston. Das 1973 gegründete Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge in 57 Büros in 36 Ländern rund 8.000 Mitarbeiter, davon 900 im deutschsprachigen Raum. (TH1)

www.bain.de

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