Merck Finck: "Konjunkturell und politisch wichtige Woche für Finanzmärkte"

Nachdem in Sachen US-Handelskonflikte keine Lösungen, aber immerhin vorläufig etwas mehr Klarheit im Raum stehen, rückt der Fokus kommende Woche auf zahlreiche europäische und gerade deutsche Schlüsselkonjunkturdaten sowie die EU-Parlamentswahlen in der zweiten Wochenhälfte, schreibt Robert Greil, Chefstratege bei der Privatbank Merck Finck, in seinem aktuellen Wochenausblick. Die zu erwartenden Gewinne EU-kritischer Parteien bei voraussichtlich hohen Verlusten der beiden großen Volksparteien würden die Handlungsfähigkeit des EU-Parlaments reduzieren.

Greil rechnet kurzfristig mit keinen massiven Auswirkungen auf die Börsen: „Gibt es gegenüber den Umfragen keine großen Überraschungen, dürften die Finanzmärkte besonnen darauf reagieren. Wichtig ist aber, ob Manfred Weber auf Basis des Wahlausgangs neuer Präsident der EU-Kommission wird.“ Laut Greil sei das deswegen eine wichtige Frage, „weil davon auch die weiteren Chancen von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann auf eine Nachfolge Mario Draghis an der EZB-Spitze ab November abhängen – was für die Finanzmärkte von größerer Bedeutung ist als ein etwa erwarteter Ausgang der EU-Wahlen.“

Besonders viele Schlüsseldaten kommen nächste Woche aus Deutschland: Angefangen von den Produzentenpreisen am 20. Mai über das finale und detaillierte Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2019, dem Ifo-Geschäftsklima und den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Mai am 23. Mai. Letztere werden an diesem Tag auch für die Eurozone, die USA und Japan publiziert. Für den Euroraum wird am 21. Mai zudem das Verbrauchervertrauen im Mai veröffentlicht, und in Großbritannien stehen am 22. Mai Inflations- und am 23. Mai Einzelhandelszahlen auf der Agenda.

In den USA legt die Fed zur Wochenmitte das Protokoll zu ihrer jüngsten Sitzung vor. Am 24. Mai stehen die US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter im April an. Japan schließlich gibt sein Bruttoinlandsprodukt im Startquartal 2019 am 20. Mai bekannt, bevor im Wochenverlauf die Industrieproduktion, die Handelsbilanz, Maschinenaufträge sowie Inflationszahlen für April folgen.

Quelle: Wochenausblick Merck Finck

Die 1870 gegründete Merck Finck Privatbankiers AG hat ihren Sitz in München. Mit Mitarbeitern an 15 Standorten in ganz Deutschland verwaltet sie rund zehn Milliarden Euro an Kundengeldern. Die Privatbank ist eine Tochter der Privatbankengruppe KBL European Private Bankers (KBL epb) in Luxemburg. (JF1)

www.merckfinck.de

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