Ab jetzt kleinere Zinsschritte möglich, wenn auch insgesamt mehr

Kommentar von Christian Scherrmann (DWS) im Anschluss an die Fed-Sitzung am 1. und 2. November 2022. Seiner Einschätzung nach öffnet die US-Notenbank die Tür für kleinere Zinsschritte ohne übertrieben taubenhaft zu klingen:

Christian Scherrmann
Christian Scherrmann

Wie allgemein erwartet, hat die US-Notenbank die Leitzinsen um weitere 75 Basispunkte erhöht – der vierte Schritt im aktuellen Zinserhöhungszyklus. Dies ist jedoch nicht das, was uns und die Märkte wirklich interessiert. Die wichtigste Frage derzeit ist, ob die Notenbanker geneigt sind, mit weniger als 75 Basispunkt-Schritten fortzufahren. Die Presseerklärung gibt einen dezenten Hinweis auf die derzeitigen Überlegungen des Offenmarktausschusses. Im Einklang mit dem, was einige Notenbanker im Vorfeld der Sitzung bereits postulierten, sichert die US-Notenbank weitere Zinserhöhungen zu, beginnt aber, „… die kumulative Straffung der Geldpolitik, die Verzögerungen, mit denen sich die Geldpolitik auf die Wirtschaftstätigkeit und die Inflation auswirkt, sowie wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen zu berücksichtigen.“

In der Pressekonferenz räumte der Vorsitzende Jerome Powell ein, dass sich die Wirtschaft im Vergleich zum letzten Jahr verlangsamt hat und die finanziellen Bedingungen sich „ziemlich verschärft“ haben. Dies kann dahingehend interpretiert werden, dass die Zentralbanker ihre bisherigen Maßnahmen bereits als effektiv erachten. Zudem wiederholte er auch die schon bekannte Formel, dass Zinserhöhungen Zeit brauchen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Gleichzeitig fügte Powell jedoch hinzu, dass der „endgültige Endpunkt“ für die Zinssätze angesichts der anhaltenden Inflation höchstwahrscheinlich höher liegen wird als man zunächst gedacht hatte.

Wir hatten derartige Signale erwartet. Sie öffnen die Tür für kleinere Zinsschritte ohne übertrieben taubenhaft zu klingen. Letzteres wurde durch die Anhebung des in Aussicht gestellten Endpunkts der Zinsen in diesem Zinserhöhungszyklus erreicht. Mit Leitzinsen von nun 3,75 bis 4 Prozent befindet sich der geldpolitische Kurs de facto im Bereich der Straffung, und die Fed könnte dieses lange nicht berührte Umfeld vorsichtig erkunden wollen – vor allem dann, wenn sie noch „einigen Weg vor sich hat“, wie Jerome Powell es ausdrückt.

Christian Scherrmann ist US-Volkswirt und Senior Research Analyst bei der DWS Group in Frankfurt am Main. Der börsennotierte Vermögensverwalter im Mehrheitsbesitz der Deutschen Bank beschäftigt rund 3.600 Mitarbeiter weltweit und verwaltet ein Vermögen in Höhe von 902 Milliarden Euro.

www.dws.com

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