Aegon AM: "Nach Fed-Entscheid: Märkte preisen Rezession noch nicht ein"

Die anhaltende Inflation wird einer „volckerisierten“ US-Notenbank keine andere Wahl lassen, als die Zinsen hochzuhalten, so dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession größer ist, als die Märkte derzeit einpreisen. Die Märkte hoffen immer noch auf eine weiche Landung der US-Wirtschaft im Jahr 2023, aber das ist weitgehend Wunschdenken, schreibt Frank Rybinski, Head of Macro Strategy beim Vermögensverwalter Aegon Asset Management, in einem aktuellen Marktkommentar.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) habe keine andere Wahl, als die Inflation weiter zu bekämpfen. Eine restriktive Geldpolitik werde die Inflation abkühlen, aber wahrscheinlich um den Preis einer Rezession in diesem Jahr. Dies sei negativer als der aktuelle Marktkonsens, der eine weiche Landung erwartet. Laut Rybinski dürfte eine schnellere Bereinigung der Lage einen stärkeren Aufschwung im Jahr 2024 ermöglichen. Da die Anleger auf Signale der Fed für eine mögliche Änderung der Politik achten, sei es wichtig, eine Pause nicht mit einem Richtungswechsel zu verwechseln - die Fed werde wahrscheinlich eine Pause einlegen und die Zinssätze für einen längeren Zeitraum auf einem ausreichend restriktiven Niveau belassen, bevor sie eine Zinssenkung in Erwägung zieht, so die Einschätzung von Rybinski.

Während die Zinserhöhungen für Haushalte und Unternehmen bereits spürbar sind, was sich deflationär auf die Wirtschaft auswirken werde, sei ein Anstieg der Arbeitslosigkeit erforderlich, um die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen. Es lasse sich bereits eine Entspannung bei den Warenpreisen beobachten, nachdem der russische Energieschock überstanden ist und sich die Lieferketten beruhigt haben. Rybinski: „Dennoch bleibt die Sorge bestehen, dass die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt weiterhin zu einer hartnäckigen Dienstleistungsinflation führen wird. Wenn die Fed ihr Inflationsziel von zwei Prozent erreichen will, wird die Arbeitslosigkeit in den kommenden Quartalen wahrscheinlich auf etwa 5,5 Prozent steigen müssen. Dies entspräche einer Verringerung der Beschäftigungsbasis um etwa zwei Prozent und ist ein Hauptgrund für unsere Rezessionsprognose.“

Wenn es um die Positionierung für das bevorstehende Jahr geht, müssen die Anleger laut Rybinski die Inflation im Auge behalten, um ihre Strategien darauf abzustimmen. „Es gibt eine wachsende Diskrepanz zwischen unserer Einschätzung und der des Marktes, der eine weiche Landung einpreist, um eine Rezession zu vermeiden. Aus Sicht der Vermögensallokation ergibt sich aus unserer Sicht eine Strategie, die nach wie vor eine defensive Ausrichtung auf festverzinsliche Wertpapiere gegenüber Aktien bevorzugt und Anleihen hoher Qualität gegenüber Anleihen niedriger Qualität den Vorzug gibt.

Investment-Grade-Kredite könnten sich in einer Rezession zwar etwas verteuern, aber wir sind immer noch der Meinung, dass ihre risikobereinigten Renditen in diesem Umfeld rentabler sein dürften als die von Aktien und Hochzinsanleihen.

Wenn sich unsere Prognosen als richtig erweisen, dürfte sich irgendwann im Jahr 2023 die Gelegenheit bieten, in erheblichem Umfang in weniger hochwertige hochverzinsliche Anleihen und Aktien umzuschichten. Dies geschieht in der Regel, wenn man sich in der Mitte der Rezession befindet und das Ende der Entwicklung absehen kann. Wir empfehlen daher, genügend Reserven zu halten, um die Gelegenheit nutzen zu können“, so Rybinski abschließend. (DFPA/JF1)

Aegon Asset Management (Aegon AM) ist der Vermögensverwaltungszweig der Aegon-Gruppe, einem führenden Versicherungsunternehmen in Europa.

www.aegonam.com

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