„Abenomics“ geht die Puste aus

Robeco hegt Zweifel am japanischen Wirtschaftswunder. „Nach der Anhebung der
Mehrwertsteuer im vergangenen Monat stehen Ministerpräsident Shinzo Abe immer weniger
Optionen zur Verfügung“, urteilt Léon Cornelissen. Der Robeco-Chefvolkswirt hält weitere
geldpolitische Lockerungen der Bank von Japan möglicherweise für unausweichlich, da
wünschenswerte strukturelle Reformen zur Ankurbelung der Konjunktur nicht vorankämen.
Aktien aus der Asien-Pazifik-Region beurteilt der Experte denn auch nur mit dem Votum „neutral“.
Insgesamt ist Robeco für stärker risikobehaftete Anlageklassen wie Aktien und Anleihen jedoch
positiv gestimmt. „Wir sehen kein Ende der sprichwörtlichen Suche nach Rendite“, schreiben die
Volkswirte in ihrem aktuellen Monatsausblick.
Rotterdam, 27. Mai 2014 – Léon Cornelissen zeigt sich enttäuscht, dass Japan bisher erst wenige
konkrete Maßnahmen angekündigt hat, um die verkrustete Wirtschaft des Landes zu reformieren.
Handlungsbedarf sieht der Volkswirt vielerorts: „Steuerreformen, eine Deregulierung des Arbeitsmarktes
und eine bessere Führung der Unternehmen könnten Investitionen fördern. Wünschenswert wären auch
die stärkere Einbindung von Frauen in den Arbeitsmarkt und eine Lockerung der Einwanderungspolitik.“
Auch die Beseitigung von Handelsschranken stockt. „Der letzte Besuch von US-Präsident Barack Obama
in Japan mündete nicht in einem bilateralen Handelsabkommen“, kritisiert Cornelissen. „Dieses wäre
jedoch notwendig gewesen, um Verhandlungen über das zwölf Nationen umfassende Transpazifische
Partnerschaftsabkommen wieder aufzunehmen.“ Der japanische Ministerpräsident habe es aber
vorgezogen, die heimische Landwirtschaft weiterhin mit hohen Zöllen zu protegieren.
In Japan schwinden Wachstumseffekte
Die Abenomics-Wirtschaftspolitik hatte nach ihrer Auflage vor anderthalb Jahren zunächst das
Wirtschaftswachstum angetrieben. Der schwache Yen beflügelte die Exporte. Außerdem konsumierten
die Japaner mehr, weil sie sich wegen der gestiegenen Aktienkurse reicher fühlten. Dieser Effekt blieb
zuletzt aus: Der Nikkei-Index verlor seit Jahresbeginn rund 8 Prozent. Die Bank von Japan reduzierte ihre
Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im laufenden Wirtschaftsjahr kürzlich von
1,4 auf 1,1 Prozent. Während die Inflation im April auf 2,9 Prozent anzog, sanken enttäuschender Weise
die Reallöhne.
Robeco erwartet nun, dass die japanische Notenbank vermutlich im Juli weitere Anleihekäufe
(„Quantitative Easing“) startet, was den Yen nochmals schwächen könnte. „Für Oktober 2015 fasst man
eine weitere Erhöhung der Mehrwertsteuer auf dann 10 Prozent ins Auge“, so Cornelissen. Damit
könnten die Japaner ihre Staatsverschuldung bei 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts halten. Aktuell
blieben jedoch die Zweifel, ob die Politik der Abenomics letztendlich erfolgreich sein wird.
Marktkommentar
Robeco Deutschland – Taunusanlage 17 – 60325 Frankfurt am Main – www.robeco.de
USA und Europa gehen voran
Optimistischer beurteilt Robeco die Konjunkturaussichten in den USA und im Euroraum. „Sinkende
Inflationsraten geben den Zentralbanken Spielraum, ihre Leitzinsen für eine längere Zeit niedrig zu
halten.“ Gleichzeitig erhole sich die europäische Wirtschaft auf breiter Front. So sei beispielsweise
Spanien im ersten Quartal 2014 so schnell gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr. An ein Szenario
dauerhaft sinkender Preise glauben die Volkswirte daher nicht. „Über Deflation wird derzeit in der
Eurozone lebhaft diskutiert – im Wirtschaftsaufschwung wird dieses Thema aber an Relevanz verlieren“,
erwartet Léon Cornelissen. Der Robeco-Volkswirt hält es daher für wahrscheinlich, dass die Europäische
Zentralbank (EZB) ihre bisherige Geldpolitik vorläufig fortsetzt und anders als die Bank von Japan keine
eigenen Anleihekäufe beschließt.
In diesem Umfeld favorisiert Robeco neben Aktien vor allem Hochzins-Anleihen. „Der Aufschwung und
die niedrige Inflation in den etablierten Industriestaaten sprechen für diese Anlageklasse“, so Léon
Cornelissen. Die dominierende Suche nach Rendite und die historisch niedrigen Ausfallraten bei High-
Yield-Bonds rechtfertigten – bei aller notwendigen Wachsamkeit – das derzeitige Kursniveau.
Investmentgrade-Unternehmensanleihen hält Robeco dagegen für weitgehend ausgereizt, während
Staatsanleihen bald unter einem konjunkturbedingten Anstieg der Nominalzinsen leiden dürften.
Kaum Alternativen zu Aktien
Darüber hinaus plädiert Robeco weiterhin für Aktien. „Die Märkte sorgen sich weiterhin wenig um Risiken,
wie die jüngsten Kursanstiege zeigen.“ Die Volkswirte sehen unter Renditegesichtspunkten nur wenige
Alternativen zu Dividendentiteln, auch wenn manche Unternehmen ihre zuletzt hohen Profitmargen
kurzfristig vielleicht nicht behaupten können.
Léon Cornelissen benennt aber auch makroökonomische Risiken. So müsse die Führung in China eine
harte Landung der Konjunktur vermeiden und gleichzeitig eine Kreditblase entschärfen. „Für Europa
könnte ein Zerwürfnis mit Russland in einem Energie-Embargo münden und so den Aufschwung
gefährden.“ Dass es so weit kommt, erwartet der Volkswirt jedoch nicht. „Vermutlich wird Russland von
einer Invasion in der Ukraine absehen und das Land eher von außen destabilisieren.“ In diesem Fall
werde die Ukraine-Krise die Erholung in Europa nicht behindern.
Robeco gibt US-Aktien derzeit dennoch den Vorzug gegenüber europäischen Titeln. Hier könnte die
zuletzt ungünstige Entwicklung der Unternehmensgewinne die Börsen bremsen. In Nordamerika stützten
hingegen Faktoren wie die starken Einzelhandelsumsätze die Erträge. Die Aktienmärkte der
Schwellenländer hält Robeco ebenfalls für attraktiv, weil diese um fast 30 Prozent niedriger bewertet
seien als die Börsen der entwickelten Staaten. Anleihen aus den Schwellenländern betrachten die
Investmentexperten jedoch weiterhin argwöhnisch. Dort überzeugten die strukturellen Verbesserungen
noch nicht – die Volkswirtschaften und die Währungen von Staaten wie Brasilien, Südafrika und der
Türkei blieben wegen hoher Inflationsraten und Leistungsbilanz-Defiziten unter Druck.
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Über Robeco
Robeco wurde 1929 in Rotterdam gegründet und bietet Anlageprodukte und -dienstleistungen für institutionelle und private Kunden weltweit. Die
Gesellschaft verzeichnet ein Vermögensverwaltungsvolumen von rund EUR 205 Mrd. (Stand: 31. Dezember 2013). Rund die Hälfte des verwalteten
Vermögens sind institutionelle Vermögenswerte. Der Jahresgewinn für 2013 liegt bei rund 118 Millionen Euro (Stand: 31. Dezember 2013). Robeco
beschäftigt weltweit rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 17 Ländern (Stand: 31. Dezember 2013).
Robeco befürwortet verantwortungsbewusstes Anlegen. Umweltorientierte, soziale und mit guter Unternehmensführung in Zusammenhang stehende
Faktoren werden in die Anlageverfahren integriert, außerdem ist eine Ausschlussrichtlinie vorhanden. Robeco übt sein Stimmrecht in aktiver Weise
aus und nimmt einen Dialog mit den Unternehmen auf, in die es investiert.
Das Angebot an Investmentstrategien umfasst Aktien- und festverzinsliche Anlagen, Geldmarktfonds, verantwortungsbewusste und alternative
Geldanlagen, einschließlich Private Equity, Hedgefonds und strukturierte Produkte. Zu der Robeco-Gruppe zählen Robeco Boston Partners, Robeco
Weiss Peck & Greer, Corestone Investment Management, Harbor Capital Advisors, Transtrend, RobecoSAM und Canara Robeco Asset Management
Company.
Robeco ist seit 2013 Teil der ORIX Corporation. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage: www.robeco.com.

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