Assekurata zu Lebensversicherungen: "Keine Renaissance der ,Klassik' in Sicht"

Die Lage der Lebensversicherer hatte im vergangenen Jahrzehnt stark unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gelitten. Nachdem die EZB im Jahr 2022 im Rahmen der Inflationsbekämpfung begonnen hat, den Leitzins auf nun mittlerweile 3,5 Prozent anzuheben, bieten sich den Lebensversicherern zumindest auf lange Sicht bessere Ertragsperspektiven. Dennoch ist ein eine Renaissance der „Klassik“ nicht in Sicht. Das geht aus der aktuellen Marktstudie des Analysehauses Assekutata hervor,  bei der 29 Lebensversicherungsgesellschaften um ihre Einschätzungen bezüglich Überschussbeteiligungen und Garantien, nach ihrer Geschäftslage und den weiteren Geschäftserwartungen befragt wurden.

Laut der aktuellen Assekurata-Marktstudie bietet der Zinsanstieg den Lebensversicherern zumindest auf lange Sicht bessere Ertragsperspektiven. Dem steht jedoch aktuell ein schwieriges Wachstumsumfeld entgegen. Getrieben durch einen Abfluss von Einmalbeiträgen ging der Prämienbestand der Branche 2022 um sieben Prozent zurück, wie der Gesamtverband der Versicherer (GDV) im Januar auf seiner Jahresmedienkonferenz verlautbaren ließ. Generell belasten die gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten die verfügbaren Einkommen und die Sparfähigkeit von privaten Haushalten.

So hat sich auch die Einschätzung zur Geschäftssituation bei den Lebensversicherern in der aktuellen Umfrage gegenüber der Erhebung vor einem Jahr verschlechtert. Die Geschäftslage liegt nun mit minus 0,07 Indexpunkten im negativen Bereich (2021; 0,42). Der Indexwert ergibt sich aus den gemittelten Einzelantworten der Versicherer auf einer Skala von sehr negativ (minus 2,0), negativ (minus 1,0), neutral (0,0), positiv (plus 1,0) bis sehr positiv (plus 2,0). Obwohl die Zinswende die Lebensversicherer bilanziell entlastet, scheint die Sorge vor einem weiteren Wirtschaftseinbruch und den damit verbundenen Risiken durch Storno, Konsum- und Anlagezurückhaltung die Aussichten zu trüben. Immerhin: Mit Blick auf das Gesamtjahr 2023 sind die Geschäftserwartungen nicht mehr negativ, sondern zumindest neutral (0,00). Hinzu kommt, dass längst nicht alle Produktfelder gleichermaßen vom Konjunkturtief betroffen sind. So sind bei den Einschätzungen für die verschiedenen Produktsegmente deutliche Abweichungen nach oben und unten festzustellen.

Als wesentlichen Neugeschäftstreiber identifizieren die Lebensversicherer weiterhin die Fondspolicen. Verträge ohne Garantien stehen dabei in der Wachstumsgunst der Unternehmen noch über den Garantievarianten. Positiv ist auch die Einschätzung zu Biometrie-Produkten, da vor allem zu Berufsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherungen, mit Einschränkung auch zu Risikolebensversicherungen. Letztere dürften unter den rückläufigen Kaufaktivitäten auf den Immobilienmärkten leiden, da sie häufig zur Hypothekenabsicherung abgeschlossen. Auffällig ist laut Assekurata die Einschätzung zur betrieblichen Altersvorsorge, deren aktuelle Geschäftslage mit plus 0,71 noch positiv eingestuft wird, in der Erwartung für 2023 aber zurückgeht und in den negativen Bereich fällt. Die „Neue Klassik“ und die Indexpolicen fallen trotz der zum Teil erhöhten Überschussdeklarationen bei Lage und Erwartung negativ aus, wobei vor allem die Erwartungen an die „Neue Klassik“ zurückgegangen sind. Im unteren Bereich liegen die Pflegerenten- und Dread-Disease-Versicherungen. Auch die (alte) „Klassik“ wird weiterhin stark negativ eingestuft. Zwar hat sich deren Lageeinschätzung gegenüber den Vorjahren etwas verbessert. Daraus eine „Renaissance“ der „Klassik“ abzuleiten, wäre laut Assekurata aber fehlinterpretiert. (DFPA/JF1)

Die Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH ist eine Ratingagentur, die sich auf die Qualitätsbeurteilung von Versicherungsunternehmen aus Kundensicht spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 1996 gegründet und hat seinen Sitz in Köln.

www.assekurata.de

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