DVFA Monatsfrage: "EZB - und sie bewegt sich doch"

Die Europäische Zentralbank (EZB) weicht mit ihren Zinserhöhungen von dem Ende vergangenen Jahres kommunizierten Forward Guidance ab. In der Monatsfrage Oktober der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) wurden 1.400 DVFA-Mitglieder nach ihrer Einschätzung bezüglich der weiteren Vorgehensweise der EZB gefragt. Außerdem wollte der Berufsverband von den Investment Professionals wissen, welche Erfolgsaussichten den Handlungen der Zentralbank mit Blick auf die Preisstabilität eingeräumt werden.

„Für einen Großteil der DVFA Investment Professionals war es höchste Zeit, dass sich die EZB bewegt und den Leitzins anhebt. Zudem fordert eine deutliche Mehrheit additiv eine Bilanzverkürzung der Notenbank, um die Inflation zu bremsen“, fasst Ingo Mainert, stellvertretender DVFA-Vorstandsvorsitzender, die Ergebnisse zusammen.

Gefragt nach der Höhe des sogenannten „neutralen Leitzinses“ – desjenigen Zinsniveaus also, bei dem die Euroland-Wirtschaft weder stimuliert noch gebremst wird – schätzt ihn annähernd die Hälfte (47 Prozent) der Befragten bei zwei bis drei Prozent. 28 Prozent sehen ihn über drei und 23 Prozent zwischen ein und zwei Prozent.

Die Terminal Rate – der Zinshöhepunkt in einem geldpolitischen Zyklus – muss nach Meinung der überwiegenden Mehrheit der DVFA Investment Professionals diesmal über (53 Prozent) oder sogar deutlich über (18 Prozent) dem neutralen Zins liegen. 25 Prozent sehen sie auf der Höhe des neutralen Zinses.

Quantitative Tightening oder Quantitative Straffung ist ein geldpolitisches Instrument der Zentralbanken. Dabei verkürzt die Notenbank die eigene Bilanz und verringert so die Liquidität in der Wirtschaft. Auf die Frage, ob die EZB ähnlich wie die US-Notenbank Fed und die Bank of England (BoE) dieses Instrument einsetzen solle, stimmt die Mehrheit (63 Prozent) mit ja. 16 Prozent sagen nein und 21 Prozent wollen sich bei dieser Frage nicht festlegen.

Die relative Mehrheit von 43 Prozent meint, dass aktuell nicht dazu gesagt werden könne, wann die EZB ihren restriktiven Kurs beendet. 21 Prozent glauben, dass dies im kommenden Sommer der Fall sein wird, 23 Prozent vermuten im Winterhalbjahr 2023/24 und 13 Prozent im Jahresverlauf 2024.

Uneins sind sich die DVFA Investment Professionals bei der Frage, ob wir in Euroland bis 2025 wieder eine nachhaltige Preisstabilität um zwei Prozent haben werden können. 32 Prozent sagen ja, 33 Prozent nein und 35 Prozent geben an, eine Vorhersage hierüber ließe sich heute noch nicht machen.

Bei der Frage, welcher Leitzins die Inflation wieder in den Zielbereich bringen würde, konnten die Antworten frei gewählt werden. 52 Prozent halten einen Leitzins von vier Prozent und mehr für notwendig. Der Bereich der genannten Spitzenwerte ging von sieben bis zehn Prozent.

Die letzte Frage zielte auf die eigentlich gut untersuchten Wirkungsverzögerungen der Geldpolitik. Wird dieser Sachverhalt von Seiten der EZB richtig eingeschätzt? 73 Prozent beantworten diese Frage mit nein. (DFPA/JF1)

Der DVFA Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management e.V. (DVFA) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Standesorganisation aller Investment Professionals in den deutschen Finanz- und Kapitalmärkten. Für seine über 1.400 Mitglieder aus dem Investment- und Risikomanagement engagiert sich der Verband für die Professionalisierung des Berufsstandes, erarbeitet Standards, fördert den Finance-Nachwuchs und bringt sich in die regulatorische und politische Diskussion ein.

www.dvfa.de

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