Savills: Investitionen in europäische Studierendenwohnanlagen steigen auf Rekordhoch

Laut einem aktuellen Report des Immobiliendienstleisters Savills ist das Gesamtinvestitionsvolumen in europäische Studierendenwohnanlagen in den ersten drei Quartalen 2022 um 130 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen und liegt bei 11,7 Milliarden Euro – ein neuer Rekordwert.

Das starke Interesse der Investoren an dem Sektor sei unter anderem auf eine steigende Anzahl an Studierenden zurückzuführen, so Savills. Eine wichtige Rolle spielen zudem internationale Studierende, die häufiger eine Unterkunft in einer Studierendenwohnanlage nachfragen. Savills geht davon aus, dass sich dieses Wachstum in den kommenden Jahren fortsetzt, da die Zahl der jungen Menschen in Europa (15- bis 19-Jährige) bis 2027 voraussichtlich um 5,8 Prozent steigen wird. Gleichzeitig herrsche in vielen europäischen Märkten ein Unterangebot an Studierendenunterkünften, was zu großen Mietwachstumspotenzialen führt. Die durchschnittliche Versorgungsquote – also die Gesamtanzahl der Betten geteilt durch die Gesamtanzahl der Studierenden – beträgt in den europäischen Städten derzeit durchschnittlich 12,5 Prozent und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 13 Prozent, so Savills weiter. In Deutschland lag sie in den Top-30-Hochschulstädten zuletzt bei durchschnittlich 14,2 Prozent.

In den von Savills untersuchten europäischen Universitätsstädten werden bis Jahresende rund 14.500 Betten in den Studierendenunterkünften hinzukommen. Dies werde jedoch den Mehrbedarf aufgrund der steigenden Studierendenanzahl kaum kompensieren können. Im Durchschnitt entfallen in Europa 63 Prozent der gesamten Studierendenunterkünfte auf öffentliche Betreiber, welche häufig veraltet sind und sich im Vergleich zu neueren privaten Beständen in einem schlechteren Zustand befinden.

Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ruft vermehrt Interessenten auf den Plan, was zuletzt auch das Ergebnis einer Savills-Umfrage belegt: Laut der Umfrage unter Immobilieninvestoren mit einem verwalteten Gesamtvermögen von mehr als 500 Milliarden Euro in Europa und dem Nahen Osten zählen Studierendenwohnanlagen zu den Top-5-Investitionszielen in den nächsten zwölf Monaten.

Laut Savills beträgt die durchschnittliche Spitzenrendite in Europa in diesem Segment 4,15 Prozent und reicht von 3,5 Prozent in Kopenhagen bis 6,00 Prozent in Sevilla. „Der Markt für studentische Wohnanlagen verhält sich antizyklisch und stellt derzeit eine gute Möglichkeit für Investoren dar, ihre Portfolios in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs auszubalancieren. Die positive Stimmung in diesem Sektor zeigt das Vertrauen der Anleger in die Resilienz der Assetklasse", so Marcus Roberts, Head of Europe, Operational Capital Markets bei Savills.

In Deutschland ist die Anzahl der Studienanfänger zuletzt zwar gesunken, dennoch befindet sie sich auf einem weiterhin sehr hohen Niveau. „Wir sehen derzeit, dass der Markt in Deutschland nach einer jahrelangen Boomphase langsam in eine Reifephase übergeht. Angesichts der weiterhin hohen Studierendenzahlen, der anhaltenden Angebotsknappheit am Wohnungsmarkt sowie einem hohen Anteil von Einwohnern im Studierendenalter in deutschen Städten wie Köln oder München gehen wir nach wie vor von guten Anlageopportunitäten für Investoren aus. Allerdings werden Qualität und Lage der Wohnanlagen eine noch größere Rolle als bisher spielen“, sagt Florian Gust, Director Corporate Finance – Valuation bei Savills Deutschland. Der Einwohneranteil im Studierendenalter liegt in Köln bei 14,7 Prozent und in München bei 14,9 Prozent. (DFPA/JF1)

Savills plc ist ein weltweit tätiges Immobilien-Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in London. Tätigkeitsschwerpunkte sind Beratungs-, Management- und Transaktionsdienstleistungen. Das 1855 gegründete Unternehmen beschäftigt über 39.000 Mitarbeiter weltweit.

www.savills.de

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