Fidelity: Ölpreis und Euro schieben Wachstum in Eurozone an

Die Konjunkturerholung in der Eurozone dürfte, getragen von billigeren Rohstoffpreisen und einem schwachen Euro, in den nächsten Monaten Fahrt aufnehmen. In den USA dürfte die Wirtschaft auf Erholungskurs bleiben. Dagegen gibt es in Japan erst zaghafte Anzeichen, die eine Stabilisierung der Wirtschaftsdaten andeuten. Zu dieser Einschätzung gelangt Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity Worldwide Investment, in einem aktuellen Makroausblick.

Schätzungen gehen davon aus, dass eine Abwertung des Euro um zehn Prozent das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone innerhalb von zwei Jahren um rund 0,6 Prozent steigen lässt. Zehn Prozent niedrigere Ölpreise machen sich in einem BIP-Anstieg um rund 0,3 Prozent binnen zwei Jahren bemerkbar. Da der Euro tatsächlich um zehn Prozent abgewertet hat und der Ölpreis in Euro gerechnet seit Mitte 2014 um 40 Prozent gefallen ist, könnte sich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone alleine durch diese beiden Faktoren in den nächsten Quartalen um rund 1,8 Prozentpunkte erhöhen, so Stupnytska.

Mit der ersten Zinserhöhung in den USA rechnet die Volkswirtin gegen Ende 2015. Die niedrige Teuerungsrate und die Unsicherheiten rund um Griechenland, Russland und Chinas Devisenpolitik dürften verhindern, dass die US-Notenbank schon zur Jahresmitte die Zinsschraube anzieht. Auch sei in Kombination mit günstigeren Energiepreisen und einem stärkeren US-Dollar vorerst nicht mit zunehmendem Inflationsdruck in Amerika zu rechnen.

Bis sich das Wirtschaftswachstum in Japan merklich beschleunigt, werden nach Einschätzung von Stupnytska noch ein paar Monate vergehen. Da die Inflation weiter fällt, könnte die japanische Notenbank im Frühjahr gezwungen sein, „noch mehr zu tun“. Mache sie nichts, riskiere sie, die Märkte zu enttäuschen.

Quelle: Konjunkturbericht Fidelity Worldwide Investment

Fidelity Worldwide Investment (FIL Limited) ist eine 1969 gegründete, weltweit tätige Fondsgesellschaft mit Sitz in Boston. Das Unternehmen ist ein Schwesterunternehmen des 1946 gegründeten, auf den amerikanischen Markt fokussierten Vermögensverwalters Fidelity Investments. Die Anteile beider Gesellschaften befinden sich vollständig in Familien- und Mitarbeiterbesitz. FIL Limited beschäftigt über 6.900 Mitarbeiter und verwaltet ein Vermögen in Höhe von rund 224,4 Milliarden Euro. (Stand: 31. Dezember 2014) (TH1)

www.fidelity.de

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