Qualitypool: Zinsen für Baufinanzierungen tendieren abwärts

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den geplanten Zeitraum bis zu einer möglichen Zinserhöhung verlängert. Im Anschluss an die jüngste Sitzung der Notenbankchefs wurde bekannt, dass der Leitzins voraussichtlich bis mindestens zur ersten Jahreshälfte 2020 auf dem aktuellen Niveau verharren wird, so merkt der Maklerpool Qualitypool an. Die EZB setzte außerdem für die ab Sommer geplanten neuen Langfristkredite für Banken etwas weniger lohnenswerte Konditionen fest als zuvor. Der Zins könne dort bis auf den Einlagensatz zuzüglich eines Aufschlags von 0,1 Prozentpunkten fallen. Bei der vorherigen Runde war kein Aufschlag festgelegt worden. Die Kredite werden für vier Jahre angeboten und sollen die Kreditvergabe der Banken ankurbeln.

„Die Überraschung über die Ausweitung des Zeitraums bis zu einer Zinserhöhung hielt sich eher in Grenzen“, sagt Jörg Haffner, Geschäftsführer von Qualitypool. „Damit gibt die EZB sich und der Konjunktur mehr Zeit, die wirtschaftliche Schwächephase der Eurozone zu überwinden. Und sie kann die Wirkung ihrer Langfristkredite besser abwarten. Falls weitere geldpolitische Maßnahmen ergriffen werden müssen, wären höhere Strafzinsen für die Banken denkbar. Oder sogar das Szenario, dass die EZB den Leitzins unter null senkt.“

Nach einem längeren neutralen Zinskurs übernimmt die US-Notenbank Fed die ersten vorsichtigen Schritte in Richtung Zinssenkung. Laut Fed-Direktorin Leal Brainard ist die US-Notenbank bereits darauf vorbereitet, die Zinsen zur Unterstützung der Konjunktur zu senken. Fed-Chef Jerome Powell gab − etwas vorsichtiger formuliert − bekannt, dass die Fed wie immer angemessen reagieren würde, um den Aufschwung zu stützen. Zuletzt waren in den USA die Arbeitsmarktdaten deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und der Handelsstreit zwischen den USA und China eskalierte weiter. Für die kommende Fed-Sitzung werde allerdings noch keine Senkung erwartet. Nur knapp ein Drittel der Experten rechnet mit einer Anpassung am 18./19. Juni. „Für den Zeitraum danach wird eine Zinssenkung wahrscheinlicher – ab Sommer könnte sie Realität werden“, prognostiziert Haffner. „Die vom Fed-Chef vielgepriesene ‚Geduld‘ beim Zinskurs scheint tatsächlich vorbei zu sein. Zumindest nahm Powell diesen Begriff bei seinen letzten Aussagen nicht mehr in den Mund. Ausgangspunkt der Federal Reserve für den geldpolitischen Kurswechsel scheinen übrigens nicht die ständigen Forderungen des US-Präsidenten nach einer Zinssenkung zu sein, sondern die Zuspitzung des Handelsstreits, die am Markt Rezessionsprognosen für 2020 nach sich gezogen haben.“

Die Bestzinsen für Baufinanzierungen entwickelten sich zuletzt unterschiedlich: Die zehnjährigen Zinsbindungen lagen Anfang Mai bei 0,84 Prozent und fielen in den folgenden Wochen auf bis zu 0,68 Prozent. Die 15-jährigen Zinsbindungen sanken konstant von 1,21 Prozent auf 1,08 Prozent Anfang Juni. Beide Zinssätze bewegen sich nahe an ihren Tiefstständen.

Quelle: Pressemitteilung Qualitypool

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