Robeco sieht Chancen für Schwellenländer-Aktien

Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass die Kurse von Schwellenländer-Aktien in diesem Jahr steigen könnten, meint Jeroen Blokland, Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Robeco. So könnten eine Pause bei der Verschärfung der US-Geldpolitik, ein größer werdender Abstand zwischen den BIP-Wachstumsraten der Schwellenländer und denen der Industrieländer sowie das niedrige Bewertungsniveau von Schwellenländer-Aktien für diese Anlageklasse allesamt positiv sein.

„Angesichts der jüngsten Entwicklung an den Märkten stehen die Chancen für eine zukünftig solide Performance der Aktienmärkte der Schwellenländer jedoch recht gut. Langsam zeichnet sich ein klares Bild ab“, so Blokland.

Der erste positive Einflussfaktor für Schwellenländer-Aktien sei der Verlauf der Geldpolitik in den USA. Im Gegensatz zu den noch vor wenigen Monaten gemachten Äußerungen stehe jetzt ein Ende der Verschärfung der US-Geldpolitik oder zumindest eine Pause zur Diskussion. Das bedeute, dass der bereits überbewertete US-Dollar nicht unbedingt weiter aufwerten werde. Das sei eine wichtige Entwicklung für die Aktienmärkte der Schwellenländer, da ein stärkerer US-Dollar oft mit einer eher schwachen Performance dieser Märkte einhergehe.

Und dann sei da noch der Abstand zwischen dem BIP-Wachstum in den Schwellenländern und dem in den Industrieländern, der in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2016 wieder zunehmen dürfte. Den neuesten Wachstumsprognosen des IWF zufolge werde sich das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern in den nächsten Jahren etwas beschleunigen, in den Industrieländern dagegen leicht verlangsamen.

Wie ein Katalysator könnte schließlich auch das Bewertungsniveau wirken. „Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis von Schwellenländer-Aktien ist durch die Verkaufswelle im letzten Jahr um 30 Prozent gefallen“, stellt Blokland fest. „Infolgedessen liegt ihr Bewertungsniveau inzwischen deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.“

Ein drohender Wachstumsrückgang in den USA oder gar eine längst überfällige Rezession oder Risiken für Chinas Wirtschaftswachstum infolge des anhaltenden Handelskriegs mit den USA stellen nach Einschätzung von Bolkland allerdings nach wie vor eine Bedrohung für eine Erholung der Aktienmärkte der Schwellenländer dar.

Quelle: Marktkommentar Robeco

Die Fondsgesellschaft Robeco mit Sitz in Rotterdam ist seit 2013 eine Tochtergesellschaft der japanischen Investmentbank Orix. Das 1929 gegründete Unternehmen verwaltet ein Vermögen in Höhe von rund 171 Milliarden Euro. (Stand: 30. September 2018) (TH1)

www.robeco.de

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